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Kontrolle von Messmitteln

Jede Qualitätssicherungsvorschrift fordert das Prüfen und Überwachen von Ergebnissen. Das muss einem Metallbauer nicht erst gesagt werden. Natürlich werden Zuschnitte von Halbzeugen und fertige Produkte vor der Verwendung in irgendeiner Form geprüft.

Für tragende Bauteile aus Stahl wird eine Prüfung in der EN 1090 gefordert. Problematisch sehen einige Betriebe nicht die Kontrolle, die bereits fester Bestandteil der Qualitätssicherung ist und auch mit einfachen Mitteln dokumentiert wird, sondern die Überwachung und ggf. Kalibrierung der Messmittel.

Die Norm lässt offen, wie genau eine Prüfung und Kalibrierung erfolgen muss. Auch über geforderte Genauigkeiten werden nur versteckt Angaben gemacht. Die Angst, dass schon wieder eine zusätzliche kostenintensive Prüfung auf einen kleinen Betrieb zukommt, ist allerdings in den meisten Fällen unbegründet.

In handwerklichen Betrieben wäre es völlig überzogen, Messmittel in eine Prüfanstalt zu geben, dort prüfen zu lassen, eine Dokumentation in Auftrag zu geben und im Betrieb nur Messmittel mit Prüfsiegel zu verwenden. Auf eine regelmäßige Kontrolle von Messmitteln zu verzichten, wäre allerdings fahrlässig.

Wie nun kann eine vernünftige Kontrolle stattfinden? Sehr einfach.

Schaffen Sie sich für Ihre Längenmessmittel Vergleichsmaßstäbe. So treten bei z.B. handelsüblichen Maßbändern die Fehler in aller Regel nahe am Nullpunkt der Messung auf; der Anschlag ist defekt, verbogen oder klemmt. Gliedermaßstäbe sind entweder insgesamt viel zu ungenau oder haben nach einiger Benutzung verbrauchte Gelenke, die eine genaue Messung unmöglich machen. Messschieber sind durch rauen Einsatz verbogen etc.

wwwVergleichskoerper a-Mass-LehreEin Vergleichsmaßstab hat eine genaue Länge bei Werkstatt- temperatur von z.B. 1.000 mm. Schauen Sie einfach regelmäßig, ob Ihr Messmittel auch die Prüflänge richtig anzeigt. Ein kleines Stück kaltgezogener Flachstahl 30 x 10…100 kann für die Prüfung von Messschiebern verwendet werden.  Werden alle Maße genau genug angezeigt, scheint alles in Ordnung zu sein. Für eine a-Maß Lehre kann ein Vergleichsstab (siehe Skizze) verwendet werden. Übrigens eine gute Aufgabe für einen Azubi in den ersten Tagen.

Wie genau Ihre Messmittel und auch die Vergleichskörper sein müssen, legen Sie selbst fest. Sie müssen mit Ihren Werkzeugen die geforderten Toleranzen überwachen können. Im Schlossereibereich macht es sicher wenig Sinn, alle Messmittel auf 0,05 mm zu kalibrieren. Achten Sie vor allem bei langen Messstrecken auf Längenänderungen infolge von Temperatureinflüssen und schaffen Sie bei Bedarf auch für diese Längen eine Vergleichsstrecke in Ihrer Werkstatt. Dafür eignen sich z.B. markierte Messpunkte an Hallenstützen nahe der Einspannstelle am Fußpunkt.

Stephan Stickling
(Dipl.-Ing FH, IWE)
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letzte Änderung: 16.03.2017