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Technik-EN 1090-Thema Prüfbescheinigungen
Prüfbescheinigungen für Konstruktionsmaterialien

Nicht erst seit DIN EN 1090, sondern schon nach DIN 18800 ist es vorgeschrieben, dass für alle Konstruktionsmaterialien eine Prüfbescheinigung nach DIN EN 10204 vorliegen muss. Die Regelung, welche Bescheinigung für welches Material erforderlich ist, scheint auf den ersten Blick verwirrend. Der Bundesverband Metall (BVM) hat in seiner erfolgreichen Merkblattreihe das fünfte Merkblatt in den Druck gegeben. In diesem Merkblatt werden die erforderlichen Prüfbescheinigungen für Werkstoffe und Optionen zur Bestellung beschrieben.

Auch der Sinn erschließt sich im kleinen handwerklichen Metallbau, z.B. in der Ausführungsklasse 1 (EXC 1), nicht auf den ersten Blick. Schließlich ist für S235 in EXC 1 nur ein wenig aussagekräftiges Werkszeugnis 2.2 erforderlich.

Mit etwas Abstand betrachtet, sind Prüfbescheinigungen aber etwas sehr Hilfreiches. Prüfbescheinigungen mit CE-Kennzeichnung für Konstruktionsmaterialien bescheinigen, dass das gelieferte Material den deklarierten Eigenschaften entspricht. Aufwändige zusätzliche Untersuchungen sind nur selten oder bei Bedarf zur Kontrolle stichprobenhaft erforderlich.

Wenn man ehrlich ist, ist nicht die Forderung der Normen nach Prüfbescheini- gungen ärgerlich, sondern die schlechte Verfügbarkeit und der teilweise unverantwortliche Umgang damit. Ein Betrieb in Ausführungsklasse EXC1 oder EXC2 hat bezüglich des Werkstoffs S235 lediglich die Forderung zu erfüllen, alle Konstruktionsmaterialien mit Prüfbescheinigung einzukaufen und diese auf Konformität zu prüfen. Liegen nur so deklarierte Materialien im Lager, ist kein zusätzlicher Aufwand erforderlich. In der eigenen Fertigung muss natürlich ausgeschlossen werden, dass Materialgüten verwechselt werden. Das sollte aber selbstverständlich sein.

Europaweit geht die Tendenz eindeutig in Richtung der spezifischen Abnahmeprüfbescheinigungen 3.1. Der BVM hat im Februar Kontakt mit dem Bundesverband Deutscher Stahlhandel aufgenommen, um auch dort für das Thema zu sensibilisieren. Alle Beteiligten sind sich einig, dass beide Seiten Verantwortung tragen. Der Stahlhandel muss den Zugang zu Prüfbescheinigungen ermöglichen und der Metall- und Stahlbauer muss richtig bestellen. Sprechen Sie mit Ihrem Stahlhändler, bestellen Sie richtig. Nach kurzer Eingewöhnung auf beiden Seiten sollte dieses Problem der Vergangenheit angehören.

Für weitergehende Fragen steht Ihnen unser Technischer Berater

Dipl. Ing. (FH) Frank Brock unter
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                  INFO

EN1090Das Werkszeugnis 2.2 ist eine Bescheinigung, in der der Werkstoffhersteller bestätigt, dass die gelieferten Erzeugnisse den Anforderungen entsprechen. Es werden Ergebnisse nicht-spezifischer Prüfungen angegeben.

Das Abnahmeprüfzeugnis 3.1 ist eine Bescheinigung, in der der Werkstoffhersteller bestätigt, dass die gelieferten Erzeugnisse den Anforderungen entsprechen. Er werden Ergebnisse spezifischer Prüfungen angegeben. Spezifisch heißt, dass die Prüfungen an den gelieferten Erzeugnissen oder an Prüfeinheiten aus der Charge durchgeführt wurden.

 


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letzte Änderung: 16.03.2017
 

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