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Herbst-Mitgliederversammlung
Landesinnungsverband Metall traf sich in Magdeburg

Unsere Herbst-Mitgliederversammlung fand am 16. Oktober 2013 im Technikmuseum Magdeburg statt. Zu dieser Veranstaltung waren alle Mitglieder des Verbandes eingeladen. Einige folgten dieser Einladung und wir hoffen, dass wir denjenigen interessante Gesprächsthemen geboten haben.

Herr Unger, Leiter des Technikmuseums, empfing uns herzlich und gab uns zu Beginn der Versammlung einen kleinen Überblick zur  Historie des Technikmuseums.

Schon mehrfach gab es in Magdeburg Ansätze, in dieser von Industrie geprägten Stadt, ein Museum zu etablieren, das sich mit der industriellen und kulturellen Vergangenheit von Stadt und Region auseinandersetzen sollte.

Ein erster bescheidener Anfang wurde bereits 1958 mit der Einrichtung eines Techniksaales im Kulturhistorischen Museum gemacht. Unter den gegebenen räumlichen Verhältnissen aber war eine umfassende Ausstellung, die der langen Tradition und Größenvielfalt der Magdeburger Gewerbe- und Industriegeschichte hätte gerecht werden können, nicht möglich. 1993 entschloss sich die Stadt Magdeburg zum Aufbau eines Technikmuseums in der ehemaligen Produktionshalle 18 des Schwermaschinenbau- Kombinates „Ernst-Thälmann“.

In der 1871 errichteten Halle produzierte ursprünglich das Grusonwerk mittels einem von ihrem Gründer Hermann Gruson speziell entwickelten Hartgussverfahren Güter für Eisenbahn und Militär. Durch die Übernahme des Grusonwerks 1893 durch die Firma Friedrich Alfred Krupp aus Essen wurde nun ein Großteil der Rüstungsaufträge des Krupp-Gruson-Werks vom Essener Standort übernommen. Gleichwohl entwickelte sich die vormalige Panzergießerei zu einem wichtigen Standort der deutschen Rüstungsindustrie. Diese vor allem im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg „kriegswichtige“ Produktion in Magdeburg war eine Ursache für die großflächige Zerstörung der Stadt im Jahr 1945. Später wurde der Betrieb zunächst als „Sowjetische Aktiengesellschaft“ (SAG) weitergeführt und 1951 in „Ernst-Thälmann-Werk“ umbenannt. Bei der Kombinatsbildung 1969 wurde das Werk Stammbetrieb des SKET und zum Zentrum des Schwermaschinenbaus der DDR. Nach der Wiedervereinigung diente die Halle noch bis 1993 dem Stahlbau. Der Museumsbetrieb wurde hier im Mai 1995 mit einem Schaudepot eröffnet.

Landesinnungsmeister Eckhard Henschel begrüßte die Teilnehmer und Gäste der Mitgliederversammlung. Anschließend überreichte er einen kleinen Blumengruß an den neuen Obermeister der Innung Weißenfels, Bertram Werner. Die Tagesordnung wird bestätigt. Im Anschluss begrüßte Eckhard Henschel den Staatssekretär Marco Tullner vom Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft. Dieser richtete ein Grußwort an die Anwesenden. Besonders ging er auf die gerade gewesene Bundestagswahl und die EEG-Umlage ein. Nächster Tagesordnungs- punkt war der Vortrag von Yves Zimpel von der Creditreform Magdeburg. Er sprach über das Forderungsmanagement und die Bilanzbewertung im Rahmen der Selbstauskunft.

Landesinnungsmeister Henschel begrüßte Herrn Horstmann und Herrn Prötzig von der Landesinitiative Network-KMU und bedankte sich für die spontane Zusage zur Mitgliederversammlung. Die Landesinitiative Network-KMU wurde zur Stärkung und Sicherung von kleinen und mittleren Unternehmen in Sachsen-Anhalt geschaffen. Diese ist eine Gemeinschaftsinitiative des Ministeriums für Wissenschaft und Wirtschaft und der Förder Service GmbH der Investitionsbank Sachsen-Anhalt. Ziel des seit 2005 bestehenden Projektes ist es, die Erfahrungen und Kenntnisse der einzelnen Netzwerkpartner zu bündeln und die vorhandenen betriebswirt- schaftlichen Beratungsleistungen und Hilfestellungen sowie Arbeitsmarkt- dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Höchstmaß zu nutzen. Mit dem Leistungsangebot des Projektes wird ein vielfältiges Angebot bereitgestellt, um Informationen über veränderbare Rahmenbedingungen und die zur Verfügung stehenden Förderprogramme an Betriebe weiterzugeben.

Zu diesem Zweck stellt Network-KMU den Unternehmen ein breites Informations-, Beratungs- und Kommunikationsangebot zur Verfügung, auf das sowohl über einen direkten Kontakt, wie Servicetelefon, Workshops und persönliche Gespräche, als auch über die Internetseite www.network-kmu.de zugegriffen werden kann. Anfang Juni 2013 ist die Förderfibel für Sachsen-Anhalt in neuer Auflage heraus gekommen, ein weiterer Informationswegweiser für kleine und mittlere Unternehmen.

Es wird geraten, immer eine persönliche Beratung bei den Regio-Coaches in Anspruch zu nehmen, damit diese individuell ihre Beratung und den in Frage kommenden Leistungsbaustein auf das Unternehmen spezifizieren können. Den Firmen stehen acht Regio-Coaches in fünf Planungsregionen des Landes unterstützend zur Seite. Das Kontaktblatt kann in unserer Geschäftsstelle des Landesinnungsverbandes abgerufen werden. Diese Beratung ist nicht kostenpflichtig.

Seit 2002 haben wir mit dem Meditüv eine Rahmenvereinbarung über die arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Betreuung. Da in 2009 die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und in 2011 die DGUV V2 in Kraft getreten sind, ist diese Rahmenvereinbarung rechtlich nicht mehr zu tragen und wurde uns somit zum 31. Dezember 2013 gekündigt. Dem Landesinnungsverband Metall wurde eine neue Rahmenvereinbarung angeboten, aber zu durchaus schlechteren Konditionen. Der Vorstand hat diesbezüglich mit einem regionalen Anbieter Kontakt aufgenommen. Bei der Mitgliederversammlung war das Dienstleistungsunternehmen SiDi Blume, vertreten durch den Inhaber Hannes-Christian Blume zu Gast. Der Firmensitz befindet sich im Jahnring 47 in Magdeburg. In direkter Nachbarschaft ist auch das arbeitsmedizinische Zentrum beheimatet. Weitere Büros werden im Raum Stendal, Egeln und Dessau-Roßlau unterhalten. Die Firma Blume ist in Sachsen-Anhalt mit einem Netzwerk flächendeckend präsent.

Etwa 1.000 Betriebe und Einrichtungen mit mehr als 30.000 Beschäftigten verschiedenster Branchen und Größen werden regelmäßig durch Mitarbeiter des Hauses betreut. Das Konzept – AMS – Arbeitsschutz mit System wird in drei Bestandteile aufgeteilt, dem AMS-Handbuch, der Beratung und der Schulung. Mit diesen Grundbestandteilen wird in den Firmen der Grundstein für eine erfolgreiche Einführung und Begleitung des firmenspezifischen Arbeitsschutzmanagement gelegt. In unserer nächsten Ausgabe werden wir spezieller auf die Leistungsprofile und deren Umsetzung eingehen.

Als weiteren Gastreferenten konnten wir unsere Rechtsberatung aus dem Fachverband Rheinland-Pfalz begrüßen. Dr. Albert Payrhuber bedankte sich für die Einladung und ging als nächstes auf die zur Verfügung stehenden Beratungsleistungen ein. Die Vereinbarung kann in der Geschäftsstelle des Landesinnungsverbandes Metall abgerufen werden.

Ein weiteres Thema war die SOKA-Bau. Einige hatten schon Kontakt mit ihr, um einen Negativbescheid erstellen zu lassen. Andere wiederum sollten SOKABau pflichtig sein und wehrten sich gegen eine Beitragspflicht. Die SOKA-Bau verlangt 16,6 Prozent der Bruttolohnsumme. Treffen kann es jeden Betrieb im Stahl- und Metallbau: Er bekommt Post von der SOKA-Bau (der Zusammenschluss der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes WaG), die Auskunft über den Tätigkeitsbereich des Betriebes, die Anzahl der Beschäftigten und die gezahlten Löhne verlangt. Innungsmitglieder des deutschen Metallhandwerks können sich beruhigt zurücklehnen, denn sie sind in aller Regel von der Beitragspflicht befreit. Nicht so für Betriebe, die keiner Metallinnung angehören. Üblicherweise wird diesem Schreiben der SOKA-Bau keine Beachtung geschenkt. Das gilt meist auch für Erinnerungsschreiben. Ein fataler Fehler, wie sich dann herausstellt: Der Betrieb sieht sich mit einer Auskunftsklage der SOKA-Bau auf Erteilung der angefragten Auskünfte sowie der Mitteilung der Lohnsumme der noch nicht verjährten Zeiträume (bis zu vier Jahre vor dem laufenden Jahr) vor dem Arbeitsgericht Wiesbaden konfrontiert, die das Unternehmen zumeist auch noch verliert. Das gilt aber nicht für alle Metallbaubetriebe. Der Bundesverband Metall und die ihm angeschlossenen Landesverbände des Metallhandwerks haben die Aufnahme in die Einschränkungsklausel der Allgemeinverbindlichkeitserklärung erreicht: Sind Metallbaubetriebe in einer Metallinnung und damit mittelbar auch im Landesinnungsverband Metall Sachsen-Anhalt und Bundesverband Metall organisiert, unterliegen sie unseren Tarifverträgen. Dann sind sie von der Anwendung der allgemeinverbindlichen Tarifverträge der Bauwirtschaft ausgenommen, brauchen also keine SOKABeiträge zu zahlen.

Unser Hinweis: Sollten Sie Kontakt zur SOKA-Bau aufnehmen, füllen Sie nicht übereilt Anträge oder andere Formulare aus.

Bei Unklarheiten suchen Sie unbedingt das Gespräch in der Geschäftsstelle der Innung oder bei uns im Landesinnungsverband Metall Sachsen-Anhalt. Herr Brock, unser technischer Berater, hielt zum Schluss einen Vortrag über die bereits gesammelten Erfahrungen bei den Zertifizierungen nach DIN EN 1090. Ein Fallbeispiel ist in diesem Mitteilungsblatt enthalten. Geschäftsführer Jürgen Bendler von der Schweißtechnischen Lehranstalt Magdeburg gab noch einige Informationen zur Aufstellung der Lehr- und Versuchsanstalten in Sachsen-Anhalt bekannt. Die SL Magdeburg hat entschieden, zukünftig keine eigene Notifizierung anzustreben. Über einen Kooperationsvertrag mit der notifizierten Stelle „DVS Zert GmbH“ werden seit Juli 2013 die Zertifizierungen im Bereich der Bauproduktenverordnung, insbesondere DIN EN 1090-1 durchgeführt. Weitere Informationen können in der SL Magdeburg abgerufen werden oder über die Geschäftsstelle des Landesinnungsverbandes Metall (Informationsblatt). Nach anschließendem Informationsaustausch beendete der Landesinnungsmeister die Versammlung und wünschte allen eine gute Heimfahrt.

 


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letzte Änderung: 16.03.2017
 

Henschel-Werner

Landesinnungsmeister Eckhard Henschel überreichte dem neuen Obermeister der Innung Weißenfels, Bertram Werner, einen Blumenstrauß.

MarcoTullner

 

Staatssekretär Marco Tullner vom Ministerium für Wissen- schaft und Wirtschaft richtete ein Grußwort an die Teilnehmer.

IvesZimpel

Yves Zimpel von der Creditreform Magdeburg informierte über das Forderungsmanagement und die Bilanzbewertung.

Horstmann-Proetzig

Die Herren Horstmann und Prötzig stellten die Landesinitiative Network-KMU vor.

Blume

Bei der Mitgliederversamm-lung war das Dienst- leistungsunternehmen SiDi Blume, vertreten durch den Inhaber Hannes-Christian Blume, zu Gast.

payrhuber

Dr. Albert Payrhuber erläuterte die Leistungen der Rechtsberatung.