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Technik: Erfahrungen bei der Umsetzung der DIN EN 1090

Die für Schweißfachbetriebe wichtige DIN EN 1090 wird erst ab Juli 2014 relevant? – Denkste.

Für viele Projekte müssen Betriebe schon früher zertifiziert sein, wollen sie nicht Aufträge verlieren. Hier ein Fall wie er jedem Metallbauer passieren kann.

Stefan B. ist Inhaber eines Schweißfachbetriebs. Zusammen mit seinen 13 Mitarbeitern stellt er Tragwerke her. Natürlich hatte Stefan B. auch schon etwas von der neuen DIN EN 1090 gehört. Auch, dass zukünftig alle Bauprodukte, die der Bauproduktverordnung (BPV) genügen sollen, mit einem CE-Kennzeichen ausgestattet sein müssen, war ihm nicht unbekannt. Dennoch hatte sich Stefan B. noch nicht weiter mit der Norm auseinandergesetzt. Schließlich soll die verbindliche Einführung erst zum 1. Juli 2014 erfolgen, und bis dahin hat er ja noch viel Zeit. – Dachte er.

Bis vor einem Vierteljahr. Da sprach ihn einer der Bauträger an, für den Stefan B. Teile und Anbauten wie Carports, Vordächer und Balkone fertigt. Es ging um ein Neubauprojekt mit zwölf Wohneinheiten in einem Wohnkomplex, das sich derzeit in der Planungsphase befindet. „Die Konstruktion der Bauteile und Tragwerke erfolgt bereits nach Eurocode”, teilte ihm der Bauträger mit. Damit Stefan B. diese Bauteile fertigen darf, ist die Zertifizierung nach DIN EN 1090 unabdingbar. Denn alle nach Eurocode 3 (DIN EN 1993 ff.), Eurocode 4 (DIN EN 1994 ff.) und Eurocode 9 (DIN EN 1999) konstruierten Bauteile und Tragwerke müssen bereits heute nach DIN EN 1090 gefertigt werden. Demzufolge erhalten auch nur diejenigen Betriebe den Zuschlag für diese Aufträge, die nach DIN EN 1090 zertifiziert sind. Nun hatte die DIN EN 1090 Stefan B. doch schneller eingeholt, als er das erwartet hatte. Ihm wurde klar, dass das Projekt ohne Zertifizierung seines Betriebes gar nicht an ihn vergeben werden kann. Selbst sein Einwand, dass die Verbindlichkeit doch erst zum Juli 2014 festgeschrieben sei, zählte nicht. Denn wenn bereits heute eine Fertigung nach DIN EN 1090 verlangt wird, muss auch bereits heute nach dieser Norm gefertigt werden. Stefan B. war froh, dass sich das Projekt noch in der Planungsphase befand und der Bauträger ihn schon mal vorgewarnt hat. Nun hatte er Zeit, sich um die Zertifizierung zu kümmern.

Soviel zu unserem fiktiven Fall. Aber ehrlich, kann es nicht jeden in der einen oder andern Weise treffen? Hier setzt der Fachverband mit einem umfassenden Beratungsangebot an. Das heißt, der Berater ist vor Ort direkt beim Metallbauer und er kann deshalb auch auf die speziellen Fragen, die sich immer ergeben, eingegangen werden. Die nicht ganz einfache Norm wird im Gespräch erläutert und das für den Metallhandwerker herausgefiltert, was auch wirklich erforderlich ist.

Es ist unter anderem Bestandteil der Beratung:

  • Wege einer möglichst einfachen Umsetzung zu besprechen,
  • Vorschläge zu unterbreiten welche Verfahrensanweisungen sinnvoll sind,
  • Arbeitsanweisungen/Verfahrensanweisungen zu erstellen beziehungsweise vorhandene anzupassen,
  • mehr Verantwortung auf die Mitarbeiter zu lenken,
  • welche Zeugnisse und Zertifikate wirklich erforderlich sind,
  • letztendlich den Aufwand möglichst gering halten.

Der Berater unterstützt den Meister unter anderem, indem er:

  • Organigramme/Verantwortungsmatrix erstellt,
  • den Antrag zur Zertifizierung (inklusive Checkliste) mit dem Meister ausfüllt,
  • das Audit vorbereitet,
  • das Handbuch, die Formulare und Checklisten bearbeitet,
  • er zeigt auf, wie Schweißanweisungen zu erstellen sind beziehungsweise kostenträchtige Verfahrensprüfungen vermieden werden können.

Ein Rundgang durch die Werkstatt schließt sich an. Es zeigt sich, dass es mit der Geräteausstattung in der Regel kaum etwas zu beanstanden gibt. Meistens ergibt sich Handlungsbedarf bei der Kennzeichnung der Konstruktionsmaterialien, welches aber fast immer in der Beratung bereits gelöst wurde.

Wenn noch Aufgaben (einige sind es doch) zu erledigen sind, wird dies notiert und besprochen, wer dafür verantwortlich ist. Wenige Wochen später kann dann der Überwacher in das Unternehmen kommen und die Erstprüfung durchführen. Auf Wunsch ist der Berater auch zur Zertifizierung anwesend. Als Zeitaufwand zum Beratungstermin sollte der Metallbauer etwa einen 3/4 bis einen Tag einplanen. Es ist festzustellen, dass der Informationsstand der einzelnen Metallbauer doch sehr unterschiedlich ist. Das tut der Sache keinen Abbruch, es dauert dann halt etwas länger.

Dies alles ist für Innungsmitglieder natürlich kostenlos. Es zeigt sich aus der Erfahrung, dass fast alle Betriebe ohne große Probleme das Zertifikat erhalten. Natürlich treten auch danach noch Fragen auf. Innungsbetriebe können aber einfach bei ihrem technischen Berater anrufen und diese Fragen klären.

Bei der Zertifizierung zur DIN EN 1090 steht Ihnen Frank Brock als technischer Berater gern mit Rat und Tat zur Seite.

Telefon 0391 6224883
Telefax 0391 6076832
Mobil: 0170 9471531
E-Mail:
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letzte Änderung: 16.03.2017