metallhandwerk-regional

Arbeitsvorbereitung vor dem Schweißen
Eine Erfordernis der Werkseigenen Produktionskontrolle

Seit über drei Jahren wird auf dem Markt über die Norm DIN EN 1090 und die Werkseigene Produktionskontrolle (WPK) gesprochen. Bei dieser Norm spielt die Qualität und die Arbeitsvorbereitung weithin eine große Rolle. Auch die Schweißprüfungen sind als Arbeitsvorbereitung in der Schweißtechnik zu verstehen, sie sind aber nicht ausreichend.

Auf folgende Punkte muss zudem geachtet werden:

- Abmessung der Bauteile
- Anordnung der Schweißverbindungen
- Eignung der Schweißanweisungen entsprechend DIN EN ISO 15609-1
- Bestimmung der Grundwerkstoffe und Schweißzusätze
- Nahtvorbereitung, z. B. Form, Maße
- Zusammenstelle, Spannen und Heften, Vermeiden von Verzug
- Vorkehrungen für etwaige Fertigungsüberprüfung
- Eignung der Arbeitsbedingungen für das Schweißen einschließlich der Umgebung

Im Arbeitsvorbereitungsplan muss die Abmessung der Bauteile der Anfangspunkt sein. Die Wanddicke und die Maße des Bauteils stellen den ersten Kernpunkt der Arbeitsvorbereitung dar. Lassen Sie die Lieferung auf Menge und Abmessung prüfen und bei nicht vollständiger Lieferung vermerken Sie diese als Teillieferung. Dokumentieren Sie den Wareneingang.

Der nächste Schritt sollte die Anordnung der Schweißverbindungen sein. Schweißverbindungen entsprechen dem vorgesehenen Schweißprozess dann, wenn sie ausführungsgerecht und dem Prüfverfahren (nach DIN EN 9712 Durchstrahlung, - Ultraschallprüfung etc.) prüfgerecht angeordnet und gestaltet sind. Bei der Wahl des Schweißverfahrens sollten diverse Kriterien überprüft werden: Wirtschaftlichkeit, Werkstoffeignung, Bauteilgeometrie, Zugänglichkeit, Schweißposition.

Bei der Festlegung der Fugenform ist das Schweißverfahren, die Schweißposition und die Zugänglichkeit der Verbindungen zu berücksichtigen. Die Fugenform wird nach Stoß- und Nahtart festgelegt. Allerdings müssen die Fugenformen den einschlägigen Normen, wie z. B. DIN EN ISO 9692, entsprechen.

Witterungen und Umgebungen sind auch in der Arbeitsvorbereitung vor dem Schweißen zu berücksichtigen. Ohne entsprechende Maßnahmen kann Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Luftströmung bzw. Wind, Licht direkten oder indirekten Einfluss auf die Schweißnahtgüte haben. Schutzmaßnahmen müssen je nach Art und Intensität der Witterungs- und Umgebungsbedingungen folgende Maßnahmen enthalten: Je nach Empfindlichkeit des Schweißverfahrens müssen Schirm, Zelt, Einhausung einschließlich geeigneter Vorwärmung als Abschirmung eingesetzt werden. Die Schweißnahtbereiche müssen schwitzwasserfrei sein. Andernfalls sind sie bei 80-100 °C zu trocknen. Bei Umgebungstemperaturen unter + 5° ist in jedem Fall ein ausreichend großer Bereich vorzuwärmen.

Legen Sie ihre Schweißanweisungen fest!
Schweißanweisungen nach der Normenreihe  DIN EN ISO 15607 bis 15614 sollten für den Schweißer verständlich geschrieben werden, damit eine gesonderte Arbeitsanweisung entfallen kann. Bei schwierigen Schweißaufgaben kann eine Einweisung des Schweißers vor Arbeitsbeginn sinnvoll sein.

Je nach Schwierigkeitsgrad der Schweißaufgabe ist eine geeignete und ausreichend qualifizierte Schweißaufsicht einzusetzen. Bestimmen Sie Ihre Grundwerkstoffe, stichprobenartig durch unabhängige Untersuchung und Schweißzusätze, gemäß den gültigen Normen. Sie sollten nur geprüfte Schweißzusätze und Hilfsstoffe verwenden, die ein CE-Kennzeichen haben. Die Qualität der Schweißnähte muss allen Anforderungen der DIN EN ISO 5817 entsprechen. Die durchgeführten Prüfungen müssen auf den Protokollen zur Werkseigenen Produktionskontrolle durch Unterschrift bestätigt werden.

Zu weiteren Fragen steht Ihnen Herr Frank Brock als Technischer Berater gern mit Rat und Tat zur Seite.

Tel.: 0391-622 48 83 oder Funk: 0170-947 15 31
Fax: 0391-607 68 32
E-Mail:  livm@metallhandwerk-regional.de

 


© 2000-2015 Landesinnungsverband Metall Sachsen-Anhalt • Harzburger Straße 11 • 39118 Magdeburg
Tel. 0391 - 60 76 831 • Fax 0391 - 60 76 832 • E-Mail info@metallhandwerk-regional.de
letzte Änderung: 16.03.2017