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Zangenmessgerät zur Kontrolle der Schweißparameter

Welchen Sinn hat die Anschaffung und vor allem Nutzung eines Zangenmessgerätes? EN ISO 3834-3, 14.3 fordert für EXC2 nach EN 1090-2 in geeigneten Zeitabständen u.a. die Kontrolle der wesentlichen Schweißparameter, das sind z.B. die Lichtbogenspannung, der Schweißstrom und die Schweißgeschwindigkeit. Diese Forderung ist nicht neu, auch nach DIN 18800 gab es diese Forderung bereits. Als Lösung wird - von anderen - die Anschaffung neuer Schweißmaschinen oder die Nachrüstung mit kalibrierten Anzeigen vorgeschlagen. Eine solche mögliche Kostenexplosion kann nicht richtig sein und ist so auch keine Forderung der Regelwerke! Die Berater der Verbände im Metallhandwerk empfehlen die Anschaffung eines Zangenmessgerätes.

Berechtigt ist die Frage aus der Praxis: „Warum, wozu, was oder wem hilft es?“
Die Antwort ergibt sich relativ einfach aus den Erfahrungen, die ich als Schweißaufsicht und auch bei der Abnahme von Schweißerprüfungen gesammelt habe.
Als Beispiel nehme ich einen Schweißer, der vor allem mit der Fertigung von Geländern beschäftigt ist. Vielfach geht es hier um eher dünne Konstruktionsmaterialien. Dieser Schweißer soll nun im Stahlbau für das Schweißen von Blechen im Dickenbereich von 30 mm eingesetzt werden. Wie soll das Gerät eingestellt werden. Es gibt eine WPS, vielleicht sogar eine ergänzende Arbeitsanweisung aus der die Schalterstellungen der Geräte hervorgehen. Häufig wird das Gerät aber einfach so eingestellt, dass es sich gut anhört und die Naht „hübsch“ aussieht. Das innere der Naht weicht häufig vom äußeren Schein ab. Arbeitsproben, bei denen die Naht z.B. gebrochen wird, werden zu selten veranlasst. 
Mit einem Zangenmessgerät kann die Schweißaufsichtsperson sehr einfach prüfen, ob die Schweißparameter eingehalten werden. Zusammen mit einer gut ausgeführten Sichtprüfung und der Beobachtung des Schweißers kann die Qualität der Nähte bewertet werden.
Im geringen Maß kann auch die Handfertigkeit des Schweißers bewertet werden. Ist der Kontaktrohrabstand während des Schweißens unterschiedlich, schwanken auch die anderen Werte.

Die Anwendung ist sehr einfach. Zum Messen des Schweißstromes wird einfach die Zange um das Schlauchpaket gelegt, s. u. Bild 1:

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Bild 1, Quelle: StiCo Planung und Stahl GmbH & Co. KG). 

Auf der Anzeige lässt sich dann der Schweißstrom ablesen. In aller Regel, vor allem bei einfachen Konstruktionen in EXC1, reicht das völlig aus. Für die Spannung wird mit den Prüfschnüren parallel gemessen, s.u. Bild 2:

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Bild 2, Quelle: StiCo Planung und Stahl GmbH & Co. KG).

Die Messung muss nicht bei jeder Schweißnaht erfolgen, sondern in geeigneten Zeitabständen, die von der Schweißaufsichtsperson festgelegt werden. Wenn für den eigenen Betrieb Vorwärm-  und Zwischenlagentemperaturen eine Rolle spielen, bietet es sich an, dass mit dem Messgerät auch Temperaturmessungen über ein Kontaktthermometer möglich sind.

Autor:
Stephan Stickling, 
Dipl.-Ing. (FH), IWE 
Bundesverband Metall

 


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letzte Änderung: 16.03.2017