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Montage von Gitterrosten als Treppenstufenbelag

In der Leistungsbeschreibung einer Fluchttreppe im Außenbereich wird oft Gitterrost als Stufenbelag gefordert. Die Auswahl der Gitterroste wird jedoch oftmals dem Metallbauer überlassen.

Das Problem – Bei Treppen im Außenbereich ergeben sich gleich mehrere Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Zum einen muss die Trittsicherheit gewährt werden, auch im Winter, zum anderen darf durch den Belag keine Unfall- und Stolpergefahr ausgehen. Weder die Landesbauordnungen der Länder noch andere einschlägige Regelwerke machen hierzu eindeutige Aussagen bzw. geben Hinweise auf die zu verwendenden Maschenweiten der Gitterroste.

Die Informationsschrift BGI/GUV-I 588-1 der gesetzlichen Unfallversicherung beschreibt unter Abschnitt 2.4.2: „Bei Gitterrosten, die in öffentlichen Verkehrswegen verlegt werden sollen, z. B. vor Eingängen von allgemein zugänglichen Gebäuden oder vor Schaufenstern, muss die Maschenweite klein gehalten werden. Für die genannten Bereiche sind Roste zu bevorzugen, deren Maschen in einer Richtung die lichte Weite von 10 mm nicht überschreiten“. Das bedeutet, dass in diesen Bereichen die Maschenweite 30 x 10 mm vorzusehen ist.
Wie aber sieht es bei Fluchttreppen aus? Die Rückfrage bei der Gesetzlichen Unfallversicherung bestätigte zunächst die oben gemachte Aussage. Überall dort, wo mit größeren Verkehrsaufkommen gerechnet werden muss, ist auch die Maschenweite von 30 x 10 mm einzuhalten. Bei Fluchttreppen jedoch, die in der Regel eher selten genutzt werden, wird auch die Maschenweite 30 x30 mm akzeptiert. Des weiteren müssen die Anforderungen an die Rutschhemmung, insbesondere bei der Antrittskante, sowie die statischen Anforderungen an die Stufen eingehalten werden. Die statischen Anforderungen an die Stufen erhalten Sie vom Tragwerksplaner, die Angaben zur Belastbarkeit und Durchbiegung der Stufen erhalten Sie vom Gitterrosthersteller. Um auf Nummer sicher zu gehen, verwenden Sie im Außenbereich grundsätzlich nur rutschhemmende Stufen mit trittsicherer Antrittskante. Forderungen wie „Kindersicher“ oder „LKW-befahrbar“ sind nicht definiert. Hier müssen Sie beim Auftraggeber nachhaken und genaue Anforderungen erfragen.

Zum Nachlesen und Recherchieren finden Sie die BGI/GUV-I 588-1 „Roste – Auswahl und Betrieb“ auf der Internetseite der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung www.dguv.de/publikationen unter der Rubrik - Informationen. Ebenfalls dort zu finden ist die BGI/GUC-I 588-2 „Roste – Montage“.

 


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letzte Änderung: 16.03.2017