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DAST 022: Bleibt alles beim Alten?

Ein Kommentar von Volker Hastler,
Leitung ZINQ® Manufaktur.

Volker Hastler, Leitung ZINQ ManufakturDie DASt-Richtlinie 022 wurde überarbeitet und wird voraussichtlich im Laufe des zweiten Halbjahres 2016 bauaufsichtlich eingeführt. Die Änderungen gegenüber der Erstversion von 2009 halten sich jedoch in Grenzen und haben auch nur geringfügige Auswirkungen für die Praxis des Metallhandwerks. Wer auf wesentliche Erleichterungen für das Metallhandwerk gehofft hatte, wird enttäuscht sein.Nach wie vor ist der Handwerker verpflichtet, bei allen Feuerverzinkungsaufträgen dem ausführenden Verzinkungsbetrieb die Konstruktionsklasse bei der Beauftragung zu nennen. Hierzu ist er selbst dann verpflichtet, wenn der ausführende Metallbaubetrieb nur Bauteile der Vertrauenszone 1 fertigen darf.

Da ein Großteil des täglichen Materialaufkommens in den Feuerverzinkereien aus dem so genanntem „Schlossermaterial“ besteht, kommt es auf die konkrete Auftragsabwicklung an: hier hat sich für Kunden aus dem Metallhandwerk nach der Einführung der DASt-Richtlinie 022 die „vereinfachte Bestellspezifikation“ von ZINQ® bewährt. 

Durch die vereinfachte Bestellspezifikation werden generell, bis auf Widerruf, alle angelieferten  Materialien in die Vertrauenszone 1 eingruppiert. 
Sollte der Metallbauer abweichend Bauteile der Vertrauenszone 2 oder sogar der Vertrauenszone 3 zum Feuerverzinken geben, so muss er dann zwingend den Verzinkungsbetrieb darauf hinweisen, dass die Bauteile in eine höhere Vertrauenszone gehören. Die Fertigung dieser Bauteile ist aber im Normalfall nur durch eine erweiterte Zulassung oder für die Mehrzahl der Metallbaubetriebe, durch eine Fremdüberwachung überhaupt möglich!

Eine tatsächliche Erleichterung bringt die Aufhebung der bisherigen Begrenzung des „Kaltumformgrades“. Es gelten nunmehr die materialabhängigen, ohnehin zu beachtenden Biegeradien! Des Weiteren wurde die bisherige Regelung, bei schlaggeschnittenen Kanten von Hochbauteilen eine Verfahrensprüfung durchführen zu müssen, zumindest dahingehend geöffnet, als dass diese Forderung nicht mehr für untergeordnete Bauteile, wie Fußplatten, Steifen oder Anschlussbleche besteht.

Im Fazit bleibt festzuhalten, dass die Überarbeitung der neuen DASt-Richtlinie 022 den Zweck erfüllt, sich der gelebten Praxis im Metallhandwerk anzugleichen, aber nicht zu wesentlichen, möglicherweise erwarteten Vereinfachungen für das Metallhandwerk führt.
In der Umsetzung der Richtlinie lässt sich aber durch eine enge Abstimmung zwischen Metallhandwerks- und Verzinkungsbetrieb der Aufwand in Grenzen halten.

 

 

 


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letzte Änderung: 16.03.2017