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Neue Standardschweißanweisungen vom Bundesverband Metall

Mitgliedsbetriebe, die nach DIN EN 1090-1 zertifiziert sind und in der Ausführungsklasse EXC2 arbeiten, können beim Schweißen von S355 Kosten sparen, indem sie die kostenlosen Standardschweißanweisungen (SWPSen) vom BVM nutzen.

Die Betriebe müssen dann keine kostenintensiven Verfahrensprüfungen durchführen, sondern nutzen einfach die BVM-Schweißanweisungen.

Bisher konnten die Unternehmen die SWPS für Vierkanthohlprofile nach DIN EN 10210 (warmgefertigte Hohlprofile) oder DIN EN 10219 (kaltgefertigte Hohlprofile) auf Stahlbleche aus S235 im Verfahren 135 (MAG) nutzen. Diese Schweißanweisungen werden oft von Balkonbauern genutzt, die die Stützen aus Hohlprofilen mit den Fußplatten verschweißen müssen.

Jetzt gibt es zwei weitere SWPSen für das Verfahren 111 (E-Hand). Die erste SWPS beinhaltet das Verschweißen eines Rundrohrs auf einem Stahlblech in der Position PH (steigend bei waagerechter Rohrachse). Beide Materialien sind aus S355 und werden mittels einer mehrlagigen Kehlnaht zusammengefügt (Abb.1). Die zweite SWPS ist bis auf die Schweißposition PB (Horizontalposition) identisch (Abb. 2).

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 Abb. 1: Skizze für E-Hand Rohr-Blech in PH

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Abb. 2: Skizze für E-Hand Rohr-Blech in PB

Diese neuen SWPSen werden wohl häufig für den Einsatz auf Baustellen für das Verfahren 111 genutzt werden.
 

Wie kommt der Betrieb an diese Schweißanweisungen?

Das Verfahren ist gleich geblieben. Der Betrieb schickt eine E-Mail an den Autor (frank.kania@metallhandwerk.de) und teilt uns mit, welche SWPSen benötigt werden. Dazu muss die vollständige Firmierung, der Name und die Qualifikation (Basiswissen, SFM, SFI) der Schweißaufsicht angegeben werden. Wir stellen für Mitglieder die SWPSen (Abb. 3) kostenlos (für Nicht-Mitglieder 150,- € pro SWPS) aus, die die Schweißaufsicht dann nur noch unterschreiben muss. Durch Vorlage dieser SWPSen kann der S355 in das Schweißzertifikat durch die notifizierte Stelle eingetragen werden.

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Abb. 3: Beispiel einer SWPS für E-Hand Rohr-Blech in PH

Wenn mit den SWPSen in der Fertigung oder bei der Montage geschweißt werden soll, schreibt die DIN EN 1090-2 vor, dass die ersten fünf Anschlüsse mit einer Mindestschweißnahtlänge von insgesamt 900 mm zerstörungsfrei geprüft werden müssen. Diese Prüfungen können bei jedem Werkstofflabor durchführt werden oder der Betrieb schickt die Prüfstücke direkt an den BVM. Für die Prüfungen von fünf Anschlüssen sowie die Ausstellung der Protokolle berechnen wir 130,- € netto für Mitglieder und 260,- € netto für Nicht-Mitglieder.

Ausblick:

In Zukunft werden weitere SWPSen durch den Bundesverband erstellt. Der Entwurf der neuen DIN EN 1090-2 beschreibt die Möglichkeit der Nutzung der Standardschweißanweisungen auch für die Ausführungsklasse EXC3. Damit sind erhebliche Kosteneinsparungen durch den Wegfall der Verfahrensprüfungen für diese SWPSen für die Betriebe möglich.

Quintessenz:

Betriebe können Standardschweißanweisungen für höherfeste Stähle bis S355 in Ausführungsklasse EXC2 nutzen. Man muss keine teure Verfahrensprüfung durchführen!

Mit der Ausstellung der Standardschweißanweisungen bekommen die Betriebe ein kostengünstiges Angebot über die in EN 1090-2 geforderte zerstörungsfreie Prüfung der ersten fünf Anschlüsse.

Ansprechpartner beim Bundesverband Metall:

Frank Kania
Technischer Berater
frank.kania@metallhandwerk.de
www.metallhandwerk.de
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letzte Änderung: 27.10.2017