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„Normung muss in der Verantwortung der beteiligten Kreise bleiben“
Bauproduktenverordnung - Metallhandwerk beteiligt sich an der Überarbeitung

Die bestehenden Schwierigkeiten im Prozess der Entwicklung und der Zitierung von harmonisierten Normen im Amtsblatt der Europäischen Union haben dazu geführt, dass die Europäische Kommission eine Überarbeitung der Bauproduktenverordnung (EU-BauPVO) beabsichtigt.

Dazu sind fünf Optionen bekannt gemacht worden, die von einer vollständigen Zurückziehung bis zu einer grundlegenden Veränderung der Regelungen für das Inverkehrbringen von Bauprodukten reichen. Eine Zurückziehung der BauPVO hätte zufolge, dass für den Warenverkehr von Bauprodukten wieder Vorschriften über die gegenseitige Anerkennung zwischen den Mitgliedsländern der europäischen Union erarbeitet werden müssten. Das andere Extrem wäre, dass die EU-Kommission die wesentlichen Produktanforderungen für den Warenverkehr von Bauprodukten in Rechtsakten der Kommission ohne Beteiligung der interessierten Fachkreise selbst definiert.

Bis zum 31.08.2020 hatten alle interessierten Kreise die Möglichkeit, ein Arbeitspapier der EU-Kommission mit den fünf Optionen für die Revision der BauPVO zu kommentieren. Auf nationaler und europäischer Ebene sind diese Optionen in verschiedenen Gremien diskutiert worden. Der Bundesverband Metall hat sich auf nationaler Ebene an der Stellungnahme des ZDH beteiligt, auf europäischer Ebene an der Stellungnahme von SBS – Small Business Standards, der Interessenvertretung der KMU in der europäischen Normungsarbeit.

Beide Stellungnahmen sprechen sich für eine Beibehaltung des gegenwärtigen Systems aus. Die Beteiligung aller interessierten Kreise einschließlich der öffentlichen Hand der Mitgliedstaaten, die zurzeit über das nationale Delegationsprinzip in die Erarbeitung der technischen Normen einbezogen werden, muss beibehalten werden. 

Dipl.-Ing. Karsten Zimmer, Bereichsleiter Technik im Bundesverband Metall, unterstreicht diese Forderung aus Sicht des Metallhandwerks: „Normung muss in der Verantwortung der beteiligten Kreise bleiben und darf nicht von der EU-Kommission bestimmt werden.“

Wichtig ist zudem eine Beschränkung der Leistungsmerkmale auf solche, die tatsächlich die Grundanforderungen an Bauwerke betreffen. Gleichzeitig müssen die Vereinfachungen in den Artikeln 5, 37 und 38 für KMU so formuliert sein, dass sie verständlich und anwendbar sind.


Autor:
Dipl.-Ing. Karsten Zimmer,
Bereichsleiter Technik im Bundesverband Metall
karsten.zimmer@metallhandwerk.de

 

Karsten.Zimmer
Dipl.-Ing. Karsten Zimmer
Bildquelle: BVM

 

 


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letzte Änderung: 17.11.2020