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Fachwissen - Technik
Metallbau-News aus den Bundesfachgruppen

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie muss die technische Zusammenarbeit im Metallhandwerk ungebremst weitergehen. Gemeinsam kommen die Betriebe schneller voran. Am 23. April 2021 tagten die Bundesfachgruppen Metallbautechnik und Stahlbau/Schweißen des Bundesverbands Metall online. Gegenwärtig beschäftigen die folgenden Themen die Metallbaubetriebe:

Corona

Die pandemische Situation wird durch die Infektionsschutzstrategien der Unternehmen bestmöglich beherrscht. Wenn möglich wird auf Home-Office-Regelungen zurückgegriffen. Hygienekonzepte schützen die Mitarbeiter in der Produktion und auf den Baustellen. Obwohl die Auftragslage gut bis sehr gut ist, belasten steigende Stahlpreise das Metallbauerhandwerk. Kritisch ist dies besonders bei langfristigen Lieferverträgen, die kurzfristige Zuwächse der Materialpreise nicht berücksichtigen. Steigende Preise werden darüber hinaus auch im Transportwesen sowie bei den Zulieferern wahrgenommen. Zunehmend wird beobachtet, dass große, international tätige Unternehmen auf den heimischen Markt zurückkehren. Dies verlagert die Auftragsportfolios in den Handwerksbetrieben zu kleinen Aufträgen und drückt auf die Gewinnmargen. Einsparungen werden erforderlich. Der Facharbeitermangel verschärft die Gesamtsituation zusätzlich. Ein Rückgang des Baubooms könnte bevorstehen.

Asbest in PSF

Durch den „Nationalen Asbestdialog“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zwischen 2017 und April 2020 geraten die Regularien zum Umgang mit asbesthaltigen Putzen, Spachtelmassen und Fliesenklebern (PSF) bei ASI-Arbeiten (Abbruch-, Instandhaltung und Sanierung) zunehmend in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Derzeit wird die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) basierend auf den Ergebnissen des Asbestdialogs überarbeitet. Nach Vorliegen der neuen GefStoffV soll die TRGS 519 Asbest: Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten angepasst werden. Die gegenwärtigen Regelungen müssen entsprechend überarbeitet werden, die regulatorische Situation ist in einer Übergangsphase. Als Handlungshilfe für die betroffenen Handwerksbetriebe forcieren die Berufsgenossenschaften BG Bau, BG HM und BG ETEM die Erarbeitung einer Branchenlösung für den Übergang zusammen mit den Verbänden der betroffenen Gewerke. Tätigkeitsspezifische Arbeitsbeschreibungen sollen den Betrieben zukünftig mehr Sicherheit geben. Die gegenwärtigen Arbeitsschutz-Regelungen fordern für Arbeiten an asbesthaltigen PSF-Materialien mindestens eine betriebliche Qualifikation nach TRGS 519, Anhang 4C. Der BVM begleitet die Entwicklungen zum Thema Asbest auf den verschiedenen Ebenen.

Geländergestaltung

Wiederholt treten Fragen zur Gestaltung von Geländern hinsichtlich des Abstands zwischen Untergurt und Oberkannte des Fertigfußbodens auf. Fraglich ist, ob das ausführende Metallbau-Unternehmen zur Rechenschaft gezogen werden kann, wenn bei Geländern Gegenstände zwischen Untergurt und Fußboden hindurchfallen und Schäden verursachen. Die Geländer-Richtlinie des BVM fasst die Bauvorschriften diesbezüglich länderübergreifend zusammen. Demnach sind oberhalb der zu sichernden Fläche 12 cm, bei seitlich zu sichernden Flächen je nach Bundesland ggf. 4 oder 6 cm einzuhalten. Bei Beachtung der Geländer-Richtlinie arbeitet das Metallbauunternehmen auf jeden Fall rechtskonform.

Korrosion an verzinkten Stahlkonstruktionen

korrosionBekannt ist, dass verzinkte Stahlkonstruktionen korrodieren, wenn sie im Außenbereich ohne weitere Korrosionsschutzmaßnahmen eingelassen werden, vgl. Foto der Stütze einer Vordachkonstruktion. Ob das ausführende Metallbauunternehmen für derartige Korrosionsschäden zur Rechenschaft gezogen werden kann, hängt davon ab, ob in den Ausschreibungsunterlagen explizit zusätzliche Korrosionsschutzmaßnahmen gefordert wurden, etwa durch Aufbringen von 2K-Lacken oder bituminöser Anstriche. Vor Auftragsannahme empfiehlt es sich seitens des Metallbaubetriebs, klare Vereinbarungen mit dem Auftraggeber zu treffen. Im Sinne der unternehmerischen Hinweispflichten sollten vor Auftragsannahme ggf. Bedenken angemeldet werden. Um nachträglichen Rechtsrisiken aus zu erwartenden Schäden bei bereits bearbeiteten Aufträgen vorzubeugen, wird empfohlen, den betroffenen Bauherren Wartungsangebote zu unterbreiten.

Bildquelle: Hahner Technik

BIM – Building Information Modelling

Planungs-, Bauausführungs- und Bewirtschaftungsmethoden (PBBM) auf der Grundlage Bauwerksdaten-basierter Modelle (BIM) ist die zentrale Zukunftstechnologie für das Bauwesen. Relevant für das Handwerk sind sogenannte Open-BIM-Anwendungen, die Zulieferunternehmen und Dienstleistern freien Zugang zu BIM-Systemen gewähren, vgl. Abbildung. Seitens der Normung sind bereits zahlreiche Normungsprojekte anhängig bei CEN/TC 422, DIN und VDI. Zudem arbeitet das DIN zusammen mit dem VDI seit Sommer 2020 an der Normungs-Roadmap BIM im Auftrag des BMVI (Bundesministerium für digitale Infrastruktur und Digitalisierung). Die Arbeiten gehen nun in die finale Phase. Erwartet werden daraus zahlreiche neue Normungsprojekte. Dies wird die Wahrnehmung der Methode weiter steigern. Während im Hochbau bislang kaum BIM-basierte Bauprojekte in der Praxis wahrzunehmen sind, wird die Methode nach Einschätzung des DIN in zwei bis drei Jahren erheblich Bedeutung gewinnen. Relevant für das Metallhandwerk sind besonders die Schnittstellen zu BIM-basierten PBBM. Im FuE-Projekt „BIM-Anwendungen im Bauhandwerk“ untersucht das BIM-Institut der BU Wuppertal BIM-Anwendungen auf Machbarkeit und Nutzen für öffentliche Auftraggeber und Bauhandwerk. Darauf aufbauend sollen Aus- und Weiterbildungskonzepte für das Bauhandwerk entwickelt werden.

KI-Pilot-Schulung

Im Zuge seiner Umsetzungsstrategie Digitalisierung fördert das Bundeswirtschaftsministerium in Deutschland regional verteilt 26 Kompetenzzentren Mittelstand 4.0. Aufgabe dieser Mittelstandszentren ist, zwischen der Forschung an den Hochschulen und den FuE-Einrichtungen zu vermitteln. Dabei sollen der Know-how-Transfer aus der Forschung in Mittelstand und Handwerk gefördert und FuE-Kooperationen angeregt werden. Künstliche Intelligenz (KI) ist ein zentrales Thema der Digitalisierungsstrategie. Um den Mittelstand und das Handwerk an das Thema KI heranzuführen, wurden in den Mittelstandszentren 4.0 deutschlandweit 70 sogenannte KI-Trainer eingestellt. Dazu haben die Mittelstandszentren u.a. nun eine Online-Pilotschulung mit verschiedenen Unterrichtseinheiten entwickelt, die im Metallhandwerk ab Juni 2021 erstmals vorgestellt und getestet werden soll, vgl. Tabelle. Die bundesweite Verbreitung ist später geplant. Die Pilotschulung ist kostenfrei.

Die Online-Schulung fand bereits statt.

Reinhard.FandrichAnsprechpartner im Bundesverband Metall
Dr.-Ing. Reinhard Fandrich
Technischer Berater im Bundesverband Metall
Telefon: +49 (0)201 / 89619-34

 

 

 

 

 


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letzte Änderung: 13.09.2021